Künstliche Intelligenz im Bauprojektmanagement: Wie datenbasierte Entscheidungen die Effizienz fördern
Künstliche Intelligenz im Bauprojektmanagement: Wie datenbasierte Entscheidungen die Effizienz fördern von Prof. Dr. Lisa Lenz | 13. Januar 2026 zurück zur Beitragsübersicht Bauprojekte stehen heute vor vielfältigen Herausforderungen. Durch steigende Komplexität der Projekte, hoher Kosten- und Termindruck sowie zunehmende regulatorische Anforderungen prägen den Alltag im Bauprojektmanagement. Klassische Methoden stoßen dabei immer häufiger an ihre Grenzen. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung im Bauwesen kontinuierlich voran und eröffnet neue Möglichkeiten, damit Projekte transparenter und risikoärmer gesteuert werden können. Künstliche Intelligenz (KI) nimmt in diesem Transformationsprozess eine Schlüsselrolle ein. Sie ermöglicht die Automatisierung administrativer Tätigkeiten, die intelligente Nutzung großer Datenmengen und die fundierte Unterstützung von Entscheidungsprozessen über den gesamten Gebäudelebenszyklus. Insbesondere in Verbindung mit Building Information Modeling (BIM) entsteht eine neue Qualität der Projektsteuerung, die das Bauprojektmanagement nachhaltig verändert. KI als Treiber effizienter Bauprojektprozesse Ein effektives Bauprojektmanagement ist die Grundlage für termin-, kosten- und qualitätsgerechte Bauvorhaben. Klassisch gliedert sich das Bauprojektmanagement in verschiedene Projektphasen, die sich am Lebenszyklus eines Bauwerks orientieren: Projektinitiierung, Planung, Ausführung, Überwachung beziehungsweise Steuerung sowie der Projektabschluss. Innerhalb dieser Phasen werden zahlreiche operative, koordinative und administrative Prozesse durchgeführt. Dazu zählen unter anderem die Definition des Bau-Solls, Termin- und Ressourcenplanung, Budgetierung, Qualitätskontrollen sowie das Risikomanagement. In der Praxis sind diese Prozesse häufig durch einen hohen administrativen Aufwand geprägt. Insbesondere Dokumentation, Berichtserstellung und Koordination binden erhebliche zeitliche Ressourcen. Studien zeigen, dass Projektmanager:Innen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten verbringen, die nicht unmittelbar zur Wertschöpfung beitragen. Diese Situation lässt sich auch auf das Bauprojektmanagement übertragen. Hier setzt der Einsatz von KI an. KI-basierte Systeme ermöglichen die Automatisierung repetitiver Aufgaben, die strukturierte Aufbereitung von Informationen sowie eine intelligente Prozessunterstützung. Besonders kritisch sind dabei die Schnittstellen zwischen den Projektphasen, da hier Informationsverluste, Redundanzen und ineffiziente Kommunikationswege auftreten können. Durch den Einsatz von KI lassen sich diese Risiken reduzieren, indem Informationen konsistent verarbeitet und für alle Projektbeteiligten transparent verfügbar gemacht werden. Das Ergebnis ist eine deutliche Entlastung des Projektmanagements und eine höhere Prozesseffizienz. Datenbasierte Entscheidungsfindung im Bauwesen In der modernen Baupraxis ist die Verfügbarkeit und Qualität von Daten ein zentraler Erfolgsfaktor. Bauprojekte generieren eine Vielzahl digitaler Informationen aus unterschiedlichen Quellen, darunter BIM-Modelle, Projektmanagementsoftware, Sensordaten, Drohnenaufnahmen oder Bautagebüchern. Entscheidungen im Projektverlauf, z.B. zur Terminsteuerung, Kostenkontrolle oder Auswahl von Bauverfahren, basieren zunehmend auf diesen Daten. Traditionell stützten sich Entscheidungsprozesse im Bauwesen stark auf Erfahrungswissen, manuelle Auswertungen und subjektive Einschätzungen. Mit dem Einsatz von KI verändert sich diese Grundlage grundlegend. Algorithmen können historische Projektdaten analysieren, Muster erkennen und daraus fundierte Entscheidungsempfehlungen ableiten. Dadurch werden Entscheidungsprozesse objektiver und transparenter gestaltet und gleichzeitig standardmäßig dokumentiert. Ein zentrales Anwendungsfeld ist Predictive Analytics. Durch den Abgleich aktueller Projektdaten mit historischen Daten vergleichbarer Vorhaben können potenzielle Terminabweichungen oder Kostenüberschreitungen frühzeitig prognostiziert werden. Risiken werden sichtbar, bevor sie eintreten, und ermöglichen ein proaktives Handeln. Ergänzend erlaubt Natural Language Processing (NLP) die automatisierte Analyse unstrukturierter Textdaten wie Bautagebücher, Mängelprotokolle oder Berichte. Diese bislang schwer nutzbaren Informationen werden strukturiert und für Entscheidungsprozesse zugänglich gemacht. Das Bauprojektmanagement entwickelt sich damit von einem reaktiven hin zu einem datengetriebenen, vorausschauenden Steuerungsansatz. Symbiose von KI und Bauprojektmanagement Die Digitalisierung im Bauwesen schreitet kontinuierlich voran, und KI nimmt dabei eine zunehmend zentrale Rolle ein. KI umfasst verschiedene technologische Ansätze, darunter regelbasierte Systeme, maschinelles Lernen, Deep Learning sowie hybride Verfahren. Im Bauprojektmanagement kommen vor allem datengetriebene KI-Methoden zum Einsatz, die große Datenmengen analysieren und daraus Prognosen oder Handlungsempfehlungen ableiten.Eine besondere Stärke von KI liegt in der engen Verzahnung mit den bestehenden Prozessen des Bauprojektmanagements. Entlang der funktionalen Unterscheidung zwischen administrativen und entscheidungsbezogenen Prozessen lassen sich KI-Verfahren gezielt einsetzen. Während administrative Prozesse insbesondere von Automatisierungstechniken wie NLP oder Computer Vision profitieren, unterstützen lernbasierte Verfahren wie Machine Learning oder Deep Learning komplexe Entscheidungsprozesse. In Kombination mit BIM entstehen integrierte digitale Projektumgebungen, in denen Daten konsistent genutzt und kontinuierlich ausgewertet werden. Diese Symbiose ermöglicht nicht nur effizientere Abläufe, sondern auch eine neue Qualität der Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Projektbeteiligte erhalten einen besseren Überblick über den Projektstatus, Risiken und Abhängigkeiten, was die Zusammenarbeit und Steuerung erheblich verbessert. Multimodale KI-Architekturen für integrierte Datennutzung Bauprojekte sind durch eine Vielzahl heterogener Datenquellen geprägt. Leistungsverzeichnisse, Planunterlagen, BIM-Modelle, Gutachten und Protokolle liegen häufig in unterschiedlichen Formaten und Systemen vor. Diese Fragmentierung führt zu Medienbrüchen, Inkonsistenzen und erhöhtem Koordinationsaufwand. Besonders in frühen Planungsphasen können unerkannte Fehler erhebliche Auswirkungen auf Kosten und Termine haben. Multimodale KI-Architekturen bieten hier einen vielversprechenden Lösungsansatz. Sie kombinieren verschiedene KI-Technologien wie Natural Language Processing, Bilderkennung, Computer Vision und strukturierte Modellanalysen, um Bauprojektdaten ganzheitlich auszuwerten. Ziel ist es, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, zu strukturieren und für Folgeprozesse nutzbar zu machen. Ein zentrales Element ist die automatisierte Analyse unstrukturierter Textdaten. Mithilfe von NLP können Bautagebücher, Objektbeschreibungen oder E-Mails ausgewertet und in strukturierte Wissensdatenbanken überführt werden. Dadurch wird Erfahrungswissen aus früheren Projekten systematisch nutzbar gemacht und projektübergreifendes Lernen ermöglicht. Darüber hinaus können Planunterlagen automatisiert geprüft, Planlieferlisten abgeglichen und die Vollständigkeit von Ausschreibungsunterlagen oder Bauanträgen sichergestellt werden. Auch BIM-Modelle lassen sich hinsichtlich ihres Detaillierungsgrades und der Einhaltung von Normen und Richtlinien überprüfen. Die frühzeitige Identifikation von Widersprüchen oder fehlenden Informationen reduziert Risiken und beschleunigt Entscheidungsprozesse erheblich. KI im Betrieb: Automatisierte Datenerzeugung und Sicherheit Neben Planung und Ausführung bietet KI auch in der Betriebsphase von Bauwerken erhebliche Potenziale. Insbesondere die automatisierte Erkennung, Lokalisierung und Dokumentation sicherheitsrelevanter Anlagen spielt eine zentrale Rolle. Moderne Laser-Scanning-Technologien ermöglichen die Erfassung von Punktwolken und 360°-Bildern, die eine präzise Vermessung und Lokalisierung von Bauteilen und technischen Anlagen erlauben.In vielen Gebäuden sind sicherheitsrelevante Anlagen wie Lüftungsanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder CO-Warnsysteme verbaut, deren regelmäßige Prüfung gesetzlich vorgeschrieben ist. Die manuelle Lokalisierung und Dokumentation dieser Anlagen ist zeitaufwendig, fehleranfällig und kostenintensiv. Durch den Einsatz von Bilderkennung in Kombination mit Machine Learning und Deep Learning können diese Prozesse automatisiert werden. Sicherheitsrelevante Anlagen werden auf Basis von Trainingsdaten automatisch erkannt, klassifiziert und mit relevanten Informationen verknüpft. Dazu zählen unter anderem Wartungsintervalle, Prüfprotokolle, Herstellerinformationen sowie die genaue Verortung im Gebäudegrundriss. Die automatisierte Datenanreicherung stellt sicher, dass alle erforderlichen Informationen für Wartungs- und Instandhaltungsprozesse effizient zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird die Betreiberverantwortung unterstützt und die Sicherheit im Gebäudebetrieb erhöht. Fazit Künstliche Intelligenz entwickelt sich im Bauprojektmanagement vom reinen Automatisierungswerkzeug zum strategischen Enabler. Sie unterstützt
Effiziente Bauprojektdatenanalyse mit KI: Wie BIM, Scan & Automatisierung den Ingenieurbau transformieren
Effiziente Bauprojektdatenanalyse mit KI: Wie BIM und Laserscanning die Automatisierung im Ingenieurbau transformieren von Prof. Dr. Lisa Lenz | 09. Dezember 2025 zurück zur Beitragsübersicht Die Bauwirtschaft steht seit Jahren vor der Herausforderung, enorme Datenmengen effizient zu nutzen. Obwohl Informationen aus Planung, Bau und Betrieb grundsätzlich vorhanden sind, liegen sie häufig unstrukturiert, redundant oder isoliert vor. Das führt zu Schnittstellenproblemen, Verzögerungen und suboptimalen Entscheidungen. Mit der wachsenden Digitalisierung, der Bestandsdigitalisierung durch Laserscanning sowie der Verbreitung von BIM (Building Information Modeling) ergeben sich neue Wege, Daten strukturiert aufzubereiten und intelligent weiterzuverarbeiten.Besonders die Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet neue Potenziale: automatisierte Analysen, Predictive Analytics, Machine Learning und multimodale Modelle verbessern Entscheidungen, erhöhen die Transparenz und optimieren Prozesse entlang des gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. Der folgende Blogbeitrag zeigt, basierend auf aktuellen Forschungs- und Praxisinhalten, wie eine hochwertige Datenbasis entsteht, wie KI und BIM zusammenwirken und wie interaktive, transparente KI-Modelle den Ingenieurbau nachhaltig verändern. Datenqualität als Fundament: Warum gute Daten über Projekterfolg entscheiden Daten sind im digitalen Bauwesen längst wertvolle Ressourcen – vorausgesetzt, sie besitzen eine hohe Qualität. Doch gerade im Ingenieurbau liegen Daten häufig in unterschiedlichen Formaten vor: Textdokumente, Bilder, BIM-Modelle, Sensordaten, Scans oder manuelle Einträge. Die Heterogenität erschwert die konsistente Nutzung über den gesamten Lebenszyklus – von der Bestandsaufnahme über die Planung bis hin zum Betrieb. Datenqualität beschreibt die Fähigkeit von Informationen, verlässliche Entscheidungen zu ermöglichen. Fehlen Vollständigkeit, Aktualität oder Konsistenz, hat dies unmittelbar Auswirkungen auf Folgeprozesse. Nach dem Prinzip „Garbage In – Garbage Out“ können selbst modernste KI-Tools nur so gut arbeiten wie ihre Eingangsdaten.Ein Beispiel: Bautagesberichte enthalten wichtige Daten zu Personal, Wetter, Geräten und Vorkommnissen. Doch je nach Perspektive von Auftraggeber oder Auftragnehmer unterscheiden sich Anforderungen an Verständlichkeit und Bearbeitbarkeit. Werden Daten manuell verändert oder unvollständig erfasst, kann dies Folgeprozesse erheblich beeinträchtigen. Eine nachhaltige digitale Transformation im Bauwesen setzt daher ein konsequentes Datenqualitätsmanagement voraus. Standardisierung, klare Verantwortlichkeiten, automatisierte Prüfungen und saubere Datenstrukturen sind entscheidend, um spätere KI-Analysen korrekt und zuverlässig aufzubauen. Digitale Datenerzeugung: Von manuellen Eingaben zu automatisierten Scan- und Sensordaten Daten entstehen im Bauwesen auf zwei Arten: manuell oder automatisiert.Manuelle Eingaben – etwa in Excel, Bautagebuch-Tools oder Textdokumenten – sind flexibel, aber fehleranfällig. Automatische Datenerzeugung durch Sensorik, Laserscanner, Kameras oder externe Quellen hingegen bietet Skalierbarkeit, Konsistenz und Effizienz. Der moderne Bauprozess profitiert zunehmend von hybriden Modellen: Standardisierte Informationen wie Wetter oder Datum lassen sich automatisiert einfügen. Projektindividuelle Daten wie Geräteeinsatz oder besondere Ereignisse werden manuell ergänzt. Schnittstellen zu Maschinendaten und Lieferscheinen reduzieren Redundanzen. Besonders relevant ist die zunehmende Bestandsdigitalisierung durch Laserscanning und 360°-Bildaufnahmen. Punktwolken, Bilddaten und Sensorwerte bilden eine hochpräzise Grundlage für spätere BIM-Modelle, Zustandsanalysen oder Instandhaltungsstrategien.Je höher der Automatisierungsgrad, desto konsistenter und nutzbarer werden die Daten – ein wesentlicher Vorteil für KI-gestützte Auswertungen. Für Unternehmen bedeutet das, dass ein strukturiertes Datenmanagementkonzept essenziell ist, um die Datenqualität und Wiederverwendbarkeit zu sichern. BIM-Datenmanagement: Die Basis für intelligente, transparente Prozesse BIM ist längst mehr als ein 3D-Modell. Es bildet die zentrale Datenplattform im Bauwesen und verknüpft geometrische Informationen mit alphanumerischen Daten zu Materialien, CO₂-Emissionen, Kostenkennwerten, Zuständen und vielem mehr. Durch klare Informationsanforderungen (Level of Information Need) wird festgelegt, welche Daten für welche Anwendungsfälle relevant sind – etwa: Optimierung von Termin- und Kostensteuerung Nachhaltigkeitsbewertungen automatisierte Zustandsprüfung Variantenvergleiche Instandhaltungsstrategien Gerade im Ingenieurbau, wo sicherheitsrelevante Entscheidungen getroffen werden, ist eine konsistente, vollständige Datenbasis unverzichtbar. BIM ermöglicht eine standardisierte Struktur, die KI-Anwendungen erst sinnvoll macht. Besonders wertvoll ist die Kombination von BIM mit automatisierten Datenquellen wie Laserscans und Sensorik. Durch die Integration dieser Informationen entsteht ein lebendiges, stetig aktualisiertes Modell, vergleichbar mit einem digitalen Zwilling, das Grundlage für Analysen, Simulationen und Entscheidungsunterstützung bietet. Ein offenes, datenbankgestütztes BIM-Datenmanagement, idealerweise auf Basis von IFC-Standards, ist daher ein zentraler Baustein, um KI im Ingenieurbau zuverlässig und skalierbar einzusetzen. KI-Datenanalyse: Von Predictive Analytics bis Machine Learning Mit einer strukturierten Datenbasis lassen sich KI-Verfahren effizient nutzen. Moderne KI-Analysekonzepte ermöglichen es, komplexe Datenquellen zu verarbeiten und in wertvolles Wissen umzuwandeln. Zu den wichtigsten KI-Methoden gehören: Text Mining und semantische Analysen: automatisierte Auswertung von Berichten, Protokollen und Dokumentationen Geospatiale Analysen: Kombination von GPS-, Sensor- und Umgebungsdaten Multimediale Analysen: Transkription, Mustererkennung in Audio- und Videodateien Machine Learning: Systeme lernen aus Daten und verbessern sich kontinuierlich Predictive Analytics: Prognosen zu Risiken, Bauzeitentwicklungen oder Abweichungen Data Mining: Identifizieren von Mustern und Zusammenhängen aus großen Datenbeständen Ein Beispiel: Baustellenberichte können automatisch ausgelesen und mit Wetter- oder Projektdaten verknüpft werden. KI erkennt Abweichungen, potenzielle Nachtragsansprüche oder Risiken, bevor sie kritisch werden. Auch die Bestandsdigitalisierung wird durch KI erheblich effizienter: Punktwolken werden automatisch klassifiziert, Schäden erkannt und Bauteile semantisch zugeordnet. Dadurch entstehen hochpräzise Modelle, die in BIM- und FM-Systeme integriert werden können. Das Ergebnis: Weniger manuelle Auswertungsarbeit, schnellere Erkenntnisse, hochwertigere Entscheidungen. KI in der Praxis: Kollaboration, White-Box-Modelle und multimodale Zukunft Automatisierung allein reicht nicht aus – entscheidend ist die Nutzerakzeptanz. Viele klassische KI-Systeme sind „Black Boxes“: Sie liefern Ergebnisse, deren Entstehung für Anwender nicht transparent ist. Das reduziert Vertrauen und hemmt den Einsatz im Ingenieurbau. Zukunftsorientierte KI-Projekte setzen daher auf: Interaktive Kollaboration zwischen Bauingenieurwesen, Data Science und Projektbeteiligten Prompt Engineering, um Expertenwissen direkt in die KI-Steuerung einzubinden Erklärbare KI (XAI), die nachvollziehbare Ergebnisse liefert Adaptive Modelle, die sich durch Nutzereingaben weiterentwickeln Intuitive Visualisierung, z. B. durch Dashboards Besonders spannend ist der nächste Schritt: Multimodale KI-Modelle.Diese Systeme können verschiedene Datenformate gleichzeitig verarbeiten – Text, Bild, Punktwolken, Video, Sensordaten und BIM-Modelle. Damit entsteht ein umfassendes, kontextsensitives Analysewerkzeug, das Zusammenhänge erkennt, die für Menschen kaum erfassbar sind. Fazit: KI, BIM und Scan-Technologien als Schlüssel zur digitalen Transformation im Bauwesen Die Bauindustrie befindet sich im Wandel – weg von isolierten Dateninseln hin zu vernetzten, intelligenten und datengetriebenen Prozessen. Eine hohe Datenqualität, automatisierte Datenerzeugung, ein strukturiertes BIM-Datenmanagement und moderne KI-Analysen bilden die Basis für effiziente, nachhaltige und transparente Bauprojekte. Mit der nächsten Generation multimodaler KI-Modelle entstehen völlig neue Möglichkeiten: präzisere Zustandsanalysen, fundiertere Entscheidungen, automatisierte Prozesse und eine enge Verzahnung zwischen Mensch und Maschine.Für Unternehmen im Ingenieurbau bedeutet das: Jetzt ist der Zeitpunkt, in Datenstrategien, BIM-Prozesse und KI-Infrastrukturen zu investieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und Projekte sicherer, schneller und nachhaltiger umzusetzen. Sie möchten mehr zu KI und dessen Anwendung in ihrem Projekt wissen? BIM, KI und Laserscanning sind längst keine Trendtechnologien mehr, sondern essenzielle Bausteine
Diversität und Repräsentation in der Bauwirtschaft: Warum Vielfalt Zukunft baut
Diversität und Repräsentation in der Bauwirtschaft: Warum Vielfalt Zukunft baut von Alexandra Nestorowicz | 4. November 2025 zurück zur Beitragsübersicht Als Geschäftsbereichsleiterin im Bereich BIM-Unternehmensberatung bei der BIM GLW erlebe ich täglich, wie stark die Bau- und Tech-Branche noch immer von traditionellen Strukturen geprägt ist. Als Bauingenieurin in einem männerdominierten Umfeld bin ich oft mit einer bemerkenswerten Homogenität konfrontiert, dies bezieht sich nicht nur auf das Geschlecht, sondern gleichermaßen auf den Werdegang und dominante Denkweisen. Doch gerade diese Einförmigkeit birgt Risiken: Sie hemmt Innovation, verschärft den Fachkräftemangel und kann die Attraktivität als Arbeitgeber beeinträchtigen. Vielfalt ist deshalb kein Nice-to-Have, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Zukunft unserer Branche. Warum Diversität und Repräsentation im Bau- und Tech-Umfeld unverzichtbar sind Im Bau- und Technologiebereich zeigt sich vielerorts ein ähnliches Bild. Männer dominieren Führungs- und Technikpositionen, während Frauen, Quereinsteiger:innen oder Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und fachlichen Hintergründen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind. Dies ist tief in der Branchentradition verwurzelt, viele Führungskräfte und Fachplaner stammen aus ähnlichen Ausbildungsgängen, haben vergleichbare berufliche Biografien und teilen ein technikorientiertes, oft hierarchisches Arbeitsverständnis. Doch gerade diese Gleichförmigkeit kann zur Herausforderung werden. Wenn Planungs- und Projektteams überwiegend aus Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und Denkweisen bestehen, entstehen sogenannte blinde Flecken. Diese Aspekte, die von der Mehrheit, aufgrund ihrer gewohnten Perspektive oder aus Gewohnheit, übersehen oder nicht wahrgenommen werden, sind also in der Planung von Bauprojekten, in der Softwareentwicklung oder in Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert, obwohl diese von Bedeutung sind. Unterschiedliche Sichtweisen fehlen, was dazu führen kann, dass Projekte weniger nutzerzentriert, weniger kreativ oder weniger anpassungsfähig gestaltet werden. Vielfalt hingegen fördert Perspektivwechsel. Teams mit verschiedenen kulturellen, sozialen und fachlichen Hintergründen bringen nicht nur neue Ideen ein, sondern stellen auch bestehende Prozesse infrage, was ein entscheidender Faktor für Innovation ist. Gerade im Kontext der Digitalisierung des Bauwesens, in dem Building Information Modeling (BIM) zunehmend eine Schlüsselrolle spielt, zeigt sich, dass Veränderung nur gelingt, wenn Denkweisen aufgebrochen und neue Perspektiven integriert werden. Diversität ist deshalb kein reines Gesellschaftsthema, sondern ein Innovationsmotor. Sie erweitert den Horizont, ermöglicht eine offenere Kommunikation und fördert Lösungsansätze, die den unterschiedlichen Anforderungen moderner Bauprojekte – von Nachhaltigkeit über Nutzerfreundlichkeit bis hin zu Wirtschaftlichkeit – besser gerecht werden. Unternehmen, die Diversität als strategisches Ziel verstehen, sichern sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil und erhöhen zugleich ihre Resilienz in einer Branche, die sich in einem historischen Wandel befindet. 2. Der Status Quo: Wo die Branche aktuell steht Ein Blick auf die Zahlen macht deutlich, wie groß die Herausforderung bleibt. In der globalen Bauwirtschaft liegt der Frauenanteil derzeit bei rund 10 %. In technischen und digitalen Rollen, etwa in Softwareentwicklung, Cloud-Architektur oder Datenmanagement, ist die Situation noch deutlicher. Hier sind europaweit nur etwa 8 % der Fachkräfte weiblich. Deutschland steht im internationalen Vergleich zwar etwas besser da, doch auch hier sind Frauen in Bau- und Ingenieurberufen nach wie vor stark unterrepräsentiert. In großen börsennotierten Unternehmen sind mittlerweile etwa 25 % der Führungskräfte weiblich, ein Fortschritt, der in der Bau- und Techbranche jedoch nur langsam ankommt. Besonders auffällig ist die geringe Repräsentanz von Frauen in technischen Leitungsfunktionen oder im Projektmanagement, wo Entscheidungsgewalt und Gestaltungsräume entstehen. Hinter diesen Zahlen verbergen sich strukturelle Hürden. Eine männlich geprägte Unternehmenskultur, die noch häufig auf klassischen Rollenbildern basiert, und Karrieremodelle, die wenig Raum für individuelle Lebensphasen oder flexible Arbeitsmodelle lassen. Zudem fehlen in vielen Unternehmen sichtbare Vorbilder. Wenn Frauen und Menschen mit anderen Hintergründen in der Branche kaum sichtbar sind, fehlt potenziellen Nachwuchskräften die Identifikationsmöglichkeit. Dabei suchen junge Talente heute gezielt nach Unternehmen, die Vielfalt leben, Chancengleichheit fördern und Werte wie Offenheit und Zusammenarbeit aktiv praktizieren. Diversität ist damit längst kein reines HR-Thema mehr, sondern ein wesentlicher Bestandteil moderner Arbeitgeberattraktivität, gerade in einem Markt, der um jede qualifizierte Fachkraft ringt. Wie die BIM GLW Vielfalt lebt Die BIM GLW zeigt, dass Diversität in der Bau- und Techbranche nicht nur möglich, sondern ein echter Erfolgsfaktor sein kann. Mit einem Frauenanteil von über 50 %, somit mehr als doppelt so hoch wie der Branchendurchschnitt und einer weiblich dominierten Führungsebene (drei Frauen, zwei Männer) setzt das Unternehmen ein deutliches Zeichen. Diese Zusammensetzung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer bewussten Unternehmensstrategie. Die BIM GLW versteht Diversität als Teil der eigenen Identität. In einem Umfeld, das sich zwischen Bauingenieurwesen, Digitalisierung und Beratung bewegt, ist Vielfalt die Basis für Innovationsfähigkeit. Unterschiedliche Perspektiven führen zu besseren Ergebnissen, besonders in einem Feld wie dem Building Information Modeling, wo technisches Know-how, strategisches Denken, Teamwork und kommunikative Stärke zusammenkommen. Die Erfahrung zeigt: Wenn Teams interdisziplinär und divers aufgestellt sind, werden digitale Bauprozesse nicht nur effizienter, sondern auch praxisnäher umgesetzt. Mitarbeitende mit unterschiedlichen beruflichen Werdegängen, egal ob Architektur, IT, Wirtschaft oder Bauleitung bringen ergänzende Sichtweisen in die BIM-Beratung ein. So entstehen Lösungen, die technologisch durchdacht und gleichzeitig anwendungsorientiert sind. Auch nach innen wirkt Diversität. Mitarbeitende erleben ein Umfeld, in dem individuelle Stärken wertgeschätzt werden und persönliche Entwicklung gefördert wird. Nach außen zeigt die BIM GLW, dass ein modernes, offenes Unternehmen die Branche aktiv mitgestalten kann und wirkt so als Vorbild für eine neue Generation von Bau- und Techunternehmen, in denen Gleichstellung und Innovation Hand in Hand gehen. Die Mehrwerte von Diversität und warum Vielfalt sich wirtschaftlich auszahlt Die Vorteile vielfältiger Teams sind heute empirisch belegt. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Keevee übertreffen Unternehmen mit divers besetzten Führungsteams ihre Wettbewerber in Innovationskraft und Rentabilität um durchschnittlich 21 %. Dieser Zusammenhang ist kein Zufall, denn unterschiedliche Perspektiven führen zu ganzheitlicheren Entscheidungen, zu einem besseren Risikomanagement und zu einer höheren Anpassungsfähigkeit in dynamischen Märkten. Gerade in der Bau- und Techbranche, in der Projekte zunehmend komplexer und interdisziplinärer werden, zeigt sich dieser Effekt besonders deutlich. Nachhaltigkeitsanforderungen, Energieeffizienz, Digitalisierung, Fachkräftemangel – all diese Themen verlangen nach Lösungen, die über klassische Ingenieurslogik hinausgehen. Unternehmen, die Diversität fördern, schaffen die Grundlage für Innovation, weil sie Komplexität als Chance begreifen. Zudem steigert Vielfalt die Arbeitgeberattraktivität. Talente, insbesondere junge Fachkräfte und Quereinsteiger:innen, achten zunehmend darauf, ob Unternehmen glaubwürdig für Offenheit, Gleichberechtigung und moderne Arbeitskultur stehen. Eine diverse Belegschaft signalisiert: Hier zählt Leistung, nicht Herkunft oder Geschlecht. Diese Haltung stärkt nicht nur das Image des Arbeitgebers, sondern auch die Loyalität bestehender
Erfolgreiche BIM-Gesamtkoordination: Qualitätskontrolle als Schlüssel zur Fehlervermeidung in praktischer Anwendung
Erfolgreiche BIM-Gesamtkoordination: Qualitätskontrolle als Schlüssel zur Fehlervermeidung in praktischer Anwendung von Arne Müller | 15. Oktober 2025 zurück zur Beitragsübersicht Alle reden von BIM und digitaler Planung. Aber was passiert, wenn alle Fachmodelle aufeinandertreffen? Genau hier setzt die BIM-Gesamtkoordination an. Sie ist die Schaltzentrale moderner Bauplanung. Doch wo viele Beteiligte und Daten zusammentreffen, entstehen auch Stolperfallen: Fehlende Modelle, überlastete Koordinator:innen oder chaotische Kommunikation. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Probleme in der BIM-Gesamtkoordination typischerweise auftreten und wie eine durchdachte Qualitätskontrolle Projekte auf Kurs hält. Was ist Building Information Management (BIM) und worin liegen Anwendungsprobleme? Building Information Modeling (BIM) gilt als Schlüsseltechnologie für die Zukunft des Bauens. Die Methode verspricht eine effizientere Planung, weniger Fehler und eine deutlich höhere Transparenz über alle Projektphasen hinweg. Durch die digitale Vernetzung aller Beteiligten sollen Bauprojekte schneller, kostengünstiger und nachhaltiger realisiert werden. Doch die Praxis zeigt ein anderes Bild: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft häufig eine deutliche Lücke. Während Architektur-, Tragwerks-, TGA- und weitere Fachmodelle in einem gemeinsamen Koordinationsmodell zusammengeführt werden sollen, treten schnell die ersten Schwierigkeiten auf. Unterschiedliche Softwarestandards, mangelnde Datenqualität und unklare Verantwortlichkeiten führen oft zu Missverständnissen und Doppelarbeit. Fehlende oder fehlerhafte Informationen, überladene Modelle oder unpräzise Schnittstellenbeschreibungen sind dabei keine Ausnahme, sondern in vielen Projekten bittere Realität. Besonders in komplexen Großprojekten kann das schnell zu erheblichen Verzögerungen und Kostensteigerungen führen. Damit die digitale Theorie von BIM nicht im Planungschaos endet, braucht es klare Prozesse, eindeutige Kommunikationswege und vor allem eines: eine konsequente Qualitätssicherung. Nur durch regelmäßige Modellprüfungen, abgestimmte Datenstrukturen und eine transparente Projektorganisation kann das volle Potenzial von BIM entlang der gesamten Wertschöpfungskette genutzt werden. Was ist BIM-Gesamtkoordination überhaupt? Die Gesamtkoordination ist das Herzstück der BIM-Planung. Sie stellt sicher, dass alle Fachmodelle regelmäßig zusammengeführt, geprüft und abgestimmt werden. Ziel ist es, ein konsistentes, transparentes und kollisionsfreies Gesamtmodell zu schaffen, das allen Projektbeteiligten als gemeinsame Grundlage dient. Ein wesentliches Ziel besteht darin, Konflikte frühzeitig sichtbar zu machen. Wenn beispielsweise eine Leitung durch einen Träger geführt wird, lässt sich dieses Problem bereits im digitalen Modell erkennen und beheben, bevor es auf der Baustelle zu teuren Überraschungen führt. Ebenso wichtig ist die Schaffung von Konsistenz. Alle Beteiligten arbeiten auf demselben Datenstand, wodurch Missverständnisse reduziert und Abläufe klarer werden. Darüber hinaus trägt die Gesamtkoordination zur Transparenz bei. Bauherr:innen und Nutzer:innen erhalten die Möglichkeit, die Planung besser nachzuvollziehen und aktiv mitzugestalten. Ein weiterer Vorteil liegt in der Beschleunigung von Entscheidungsprozessen. Anstelle von Bauchentscheidungen können Projektbeteiligte auf geprüfte und validierte Daten zurückgreifen. Damit diese Ziele erreicht werden können, braucht es klare Grundprinzipien. Entscheidend sind eine enge Zusammenarbeit anstelle isolierter Arbeitsweisen, die frühzeitige Einbindung von Bauherr:innen und Nutzer:innen, die Nutzung offener Standards wie IFC oder BCF zur Überwindung von Softwaregrenzen sowie regelmäßige Modellzusammenführungen und klar strukturierte Abstimmungsrunden. Typische Probleme in der Praxis So viel zur Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus? In vielen Projekten zeigt sich, dass die Gesamtkoordination an denselben Punkten scheitert. Die häufigsten Stolperfallen Fehlende oder verspätete ModelleAbgabefristen werden nicht eingehalten. Wenn Fachmodelle zu spät oder gar nicht geliefert werden, gerät der gesamte Koordinationsprozess ins Stocken. Entscheidungen verzögern sich, und die nächste Abstimmung verliert an Aussagekraft. Überfrachtete oder fehlerhafte ModelleManche Modelle sind übermäßig detailliert, bis hin zu einzelnen Schrauben. Das mag technisch beeindruckend sein, bringt aber keinen Mehrwert und überlastet stattdessen das Gesamtmodell. Umgekehrt fehlen in anderen Fachmodellen entscheidende Geometrien oder Attribute, die eine Prüfung überhaupt erst ermöglichen würden. Software-InkompatibilitätNicht jede Software „spricht“ dieselbe Sprache. Beim Export in IFC können Geometrien verloren gehen, Attribute fehlen oder Modelle lassen sich nicht korrekt einlesen. Die Folge: aufwendige Nacharbeiten und Abstimmungsprobleme. Fehlendes Know-howBIM ist kein Selbstläufer. Nicht alle Projektbeteiligten sind mit Standards, Tools oder Prozessen vertraut. Dieses Defizit führt zu fehlerhaften Modellierungen, Missverständnissen und erheblichen Zeitverlusten. Unklare VerantwortlichkeitenWer pflegt das Gesamtmodell? Wer dokumentiert Konflikte? Wer entscheidet über Lösungswege? Ohne klare Rollen und Zuständigkeiten landen Aufgaben im Niemandsland – und bleiben liegen. Chaotische KommunikationKollisionen oder Probleme werden zwar erkannt, aber nicht systematisch dokumentiert. Ohne Prioritäten, Deadlines und klare Dokumentation stauen sich Issues an, dringende Probleme bleiben ungelöst. Fehlende StandardsWenn jedes Gewerk nach eigenen Regeln modelliert, entstehen Inkonsistenzen. Unterschiedliche Detaillierungsgrade (LOD) erschweren Vergleiche, uneinheitliche Bauteilstrukturen sorgen für Missverständnisse. RessourcenmangelKoordination kostet Zeit. Doch in vielen Projekten wird sie „nebenbei“ erledigt – ohne ausreichende Kapazitäten für Prüfung, Dokumentation und Kommunikation. Das Ergebnis: Koordination bleibt auf der Strecke. Die Konsequenz: Kollisionen im Modell, unnötiger Mehraufwand, Frust im Team – und letztlich steigende Kosten. Qualitätskontrolle als Gamechanger Wie lässt sich das Chaos in der Gesamtkoordination verhindern? Die Antwort liegt in einer konsequenten und durchdachten Qualitätskontrolle. Sie macht die BIM-Gesamtkoordination nicht nur effizienter, sondern sorgt auch für Vertrauen in das Gesamtmodell. Technische Prüfung Ein zentraler Baustein ist die technische Qualitätssicherung. Dazu gehören automatisierte Kollisionsprüfungen, die Konflikte zwischen den Gewerken sichtbar machen, bevor sie auf der Baustelle zu kostspieligen Problemen führen. Ebenso wichtig sind Attributprüfungen – beispielsweise für Brandschutzklassen, Materialien oder Bauteilzuordnungen. So wird sichergestellt, dass die Modelle nicht nur geometrisch stimmen, sondern auch fachlich korrekte Informationen enthalten. Ergänzt wird das Ganze durch Geometriechecks, die die Vollständigkeit und Plausibilität der Bauteile kontrollieren. Nur wenn alle Parameter stimmen, kann das Gesamtmodell als verlässliche Grundlage dienen. Organisation und Prozesse Technik allein reicht jedoch nicht aus. Ohne klare organisatorische Strukturen bleibt auch die beste Prüfung wirkungslos. Deshalb ist es entscheidend, die Verantwortlichkeiten von Anfang an klar zu regeln: Wer führt die Prüfungen durch, wer dokumentiert die Ergebnisse und wer trifft letztlich die Entscheidungen? Zudem braucht es ein Common Data Environment (CDE), also eine zentrale Plattform, auf der alle Daten gesammelt, strukturiert und aktuell bereitgestellt werden. Regelmäßige Koordinationsmeetings runden den Prozess ab. Kurze, fokussierte Besprechungen mit klarer Agenda und dokumentierten Ergebnissen stellen sicher, dass alle Beteiligten auf demselben Stand bleiben. Kommunikation und Kollaboration Ein weiterer Schlüssel liegt in der Art und Weise, wie kommuniziert wird. Probleme müssen nicht nur erkannt, sondern auch verständlich dokumentiert und nachverfolgt werden. Einheitliche BCF-Issues bieten hierfür ein bewährtes Format, das eine standardisierte Bearbeitung ermöglicht. Ergänzend dazu erleichtern visuelle Hilfsmittel wie Screenshots oder 3D-Sichten das Verständnis – gerade für Beteiligte, die nicht täglich mit Fachmodellen arbeiten. Ebenso wichtig ist die frühzeitige Einbindung von Bauherr:innen und
Ganzheitliche Fabrikplanung mit BIM – Einblicke aus dem Forschungsprojekt FaBIM
BIM in der Fabrikplanung: Ganzheitliche Ansätze aus dem Forschungsprojekt FaBIM von Franziska Wagner & Marcel Potthoff | 24. September 2025 zurück zur Beitragsübersicht Die Fabrik der Zukunft stellt Unternehmen und Planer:innen vor enorme Herausforderungen: steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, kürzere Produktlebenszyklen und ein dynamisches Marktumfeld. Klassische Methoden stoßen dabei immer öfter an ihre Grenzen – Projekte dauern zu lange, werden teurer als geplant und verfehlen häufig ihre ursprünglichen Ziele. Genau an diesem Punkt bietet Building Information Modeling (BIM) in der Fabrikplanung völlig neue Chancen. BIM ist weit mehr als ein digitales 3D-Modell – es ist eine kollaborative Methode, die Planung, Bau und Betrieb über eine gemeinsame Datenbasis verbindet. Während die Bauwirtschaft in größeren Projekten bereits von BIM profitiert, steckt die Integration von BIM in der Fabrikplanung noch in den Kinderschuhen. Genau an diesem Punkt setzt das Forschungsprojekt FaBIM zur digitalen Fabrikplanung an. Zentrale Herausforderungen in der Produktions- und Fabrikplanung Die Planung moderner Fabriken ist heute komplexer denn je. Neben Nachhaltigkeitszielen und dem steigenden Druck, klimaneutralen Produktionsstätten zu realisieren, verschärfen globale Lieferkettenkrisen und volatile Märkte die Situation. Unternehmen müssen ihre Produktionssysteme in immer kürzeren Abständen anpassen und benötigen Gebäude, die wandelbar und zukunftssicher sind. Zusätzlich erschwert der Fachkräftemangel die Umsetzung großer Bauprojekte. Hinzu kommt: Kaum ein Bauprojekt ist so interdisziplinär wie eine Fabrikplanung: Architekt:innen denken in Gebäudestrukturen, Tragwerksplaner:innen in statischen und dynamischen Lasten, TGA-Planer:innen in Versorgungsnetzen, Fabrikplaner:innen in Materialflüssen, Betreiber:innen in langfristiger Wirtschaftlichkeit, Investor:innen in Kosten und Termintreue, Produktionsteams in Effizienz und Flexibilität. Diese Vielzahl an Beteiligten führt zwangsläufig zu Schnittstellen, Zielkonflikten und Kommunikationsproblemen. Informationen werden oft mehrfach erfasst, gehen verloren oder erreichen die richtigen Stellen zu spät. Schon kleine Abstimmungsfehler können gravierende Folgen haben: Eine Maschine passt nicht auf das vorgesehene Fundament oder Medienanschlüsse liegen an der falschen Stelle und wurden nicht ausreichend dimensioniert. Genau hier setzt BIM an. Durch Datenmodelle, standardisierte Informationsflüsse und eine zentrale Datenumgebung/ Common Data Envirnoment (CDE) entsteht eine gemeinsame Sprache für alle Projektbeteiligten. So wird es möglich, Architekt:innen, Tragwerksplaner:innen, Fabrikplaner:innen, Betreiber:innen und Investor:innen frühzeitig einzubinden, ihre Anforderungen transparent zu machen und Zielkonflikte bereits in der Planungsphase zu entschärfen. BIM sorgt damit nicht nur für technische Präzision, sondern auch für eine bessere Zusammenarbeit und Interoperabilität zwischen allen Beteiligten. FaBIM: Das Forschungsprojekt und seine Partner:innen Um diese Chancen zu nutzen, wurde 2022 das Forschungsprojekt FaBIM gestartet. Es vereinte Partner:innen aus Forschung, Softwareentwicklung, Beratung und Planung. Mit dabei waren das Fraunhofer IGCV, CONTACT Software, ifp consulting, Kohlbecker sowie wir, die BIM-GLW. Gemeinsam haben wir Methoden und Werkzeuge entwickelt, die eine durchgängige und ganzheitliche Fabrikplanung ermöglichen. Um die Arbeit zu strukturieren, wurde das Projekt in drei Arbeitspakete (AP) gegliedert: AP1: Entwicklung eines Informations-Lieferungs-Handbuchs (ILH/IDM)Ziel war die Definition einheitlicher Anforderungen an den Informationsaustausch über alle Projektbeteiligten und Phasen hinweg. Das ILH – international als Information Delivery Manual (IDM) bekannt – legt fest, welche Informationen wann, in welcher Qualität und von wem bereitzustellen sind. Es schafft damit die Grundlage für einen durchgängigen, effizienten Informationsfluss. AP2: Konzeption einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE)Dieses Arbeitspaket bildete das technische Fundament. Es ging darum, eine zentrale digitale Plattform zu entwickeln, in der alle relevanten Lebenszyklusdaten konsistent erfasst, verwaltet, ausgetauscht und visualisiert werden können. AP3: Kontinuierliche PotenzialanalyseUm den Mehrwert des entwickelten Ansatzes messbar zu machen, wurden methodische und wirtschaftliche Potenziale laufend identifiziert, bewertet und dokumentiert. Durch diese klare Struktur gelang es, wissenschaftliche Ansätze mit praktischen Anforderungen zu verbinden und eine Lösung zu entwickeln, die sowohl in der Forschung als auch in realen Projekten Mehrwert stiftet. Bau und Fabrikplanung: Zusammenwachsen zweier Disziplinen Building Information Modeling ist in der Baubranche schon seit einigen Jahren etabliert. Architekt:innen und Fachplaner:innen nutzen BIM, um Bauprojekte effizienter und kollaborativer umzusetzen. BIM-Modelle werden digital erstellt, Prozesse lassen sich besser koordinieren, Kollisionen frühzeitig erkennen und Nachträge reduzieren. In der Fabrikplanung hingegen dominieren noch oft klassische Methoden. Hier geht es um Maschinenlayouts, Materialflüsse, Lagertechnik und Logistik. Viele Entscheidungen beruhen auf Insellösungen in Simulationssoftware. Ein durchgängiger, standardisierter Informationsaustausch existiert selten. Dabei sind Bau- und Fabrikplanung eng miteinander verzahnt: Das Tragwerk eines Gebäudes muss die Lasten geplanter Maschinen aufnehmen können. Die TGA muss Medien wie Druckluft, Wasser oder Strom genau dort bereitstellen, wo die Produktion sie benötigt. Die Gebäudehülle und das Tragwerk müssen flexibel genug sein, um spätere Anpassungen im Produktionslayout zu ermöglichen. Mit BIM für Fabrikplanung können diese Abhängigkeiten frühzeitig sichtbar gemacht werden. Digitale Zwillinge erlauben es, Bau- und Produktionsmodelle zusammenzuführen und Schnittstellen zwischen den Disziplinen klar zu definieren. Um die Potenziale greifbar zu machen, wurden im Projekt zunächst über 300 Anwendungsfälle aus Bau- und Fabrikplanung gesammelt, bewertet und konsolidiert. Am Ende blieben vier zentrale Szenarien übrig: Fabrikplanung im Bestand (Brownfield) Koordination und Kollisionsprüfung Digitaler Zwilling Bestandsermittlung Diese Anwendungsfälle bildeten den Kern für die Ausarbeitung von Prozessen und Methoden. Sie zeigten besonders deutlich, wie wichtig ein durchgängiger Datenfluss über alle Disziplinen hinweg ist. Nahtlose Zusammenarbeit durch intelligentes Schnittstellen-Management Ein Fabrikbauprojekt bringt zahlreiche Akteur:innen an einen Tisch: Architekt:innen, Bauingenieur:innen, TGA-Planer:innen, Fabrikplaner:innen, Betreiber:innen, Investor:innen und viele mehr. Jede Schnittstelle ist eine potenzielle Fehlerquelle – Informationen können verloren gehen, doppelt gepflegt oder zu spät übermittelt werden. Deshalb legten wir bei FaBIM ein besonderes Augenmerk auf das Schnittstellen-Management. Mit dem Informations-Lieferungs-Handbuch (IDM) wurde festgelegt, welche Partei zu welchem Zeitpunkt welche Information in welcher Form bereitstellt. Dabei ging es nicht nur um klassische Dokumente wie Planerverträge oder Kostenschätzungen, sondern insbesondere um die präzise Definition von BIM-Modellen. Gerade bei BIM-Modellen ist der Informationsbedarf deutlich differenzierter: Für kritische Bauteile – etwa Fundamente, Medienanschlüsse oder spezielle Produktionsanlagen – wurden spezifische Anforderungen an den Informationsgehalt definiert. Zwei Dimensionen der Detaillierung wurden unterschieden: Level of Geometry (LOG) für die geometrische Detailtiefe und Level of Information (LOI) für die alphanumerischen Attribute. Diese Struktur stellte sicher, dass die gelieferten BIM-Modelle tatsächlich die Anforderungen der jeweils anderen Disziplin abdeckten. Parallel dazu wurde eine CDE aufgebaut. Sie bildete die technische Grundlage, um Informationen konsistent und versionssicher zu verwalten. Rollenbasierte Zugriffsrechte sorgen dafür, dass jede:r Beteiligte nur die relevanten Inhalte sieht, gleichzeitig aber immer auf den aktuellen Datenstand zugreifen kann. Die Verbindung von IDM und CDE erwies sich als Schlüssel: Während das IDM die Regeln definiert, sorgte die CDE für deren
Digitale Transformation in der Bauwirtschaft: Wege aus der Krise, illustriert am Fachkräftemangel
Digitale Transformation in der Bauwirtschaft: Wege aus der Krise, illustriert am Fachkräftemangel von Sarah Zonsius | 29. August 2025 zurück zur Beitragsübersicht Während Bauunternehmen unter sinkenden Auftragszahlen und einem massiven Fachkräftemangel leiden, eröffnet die Digitalisierung völlig neue Möglichkeiten. Mithilfe der richtigen Methoden und Tools, können Projekte effizienter und nachhaltiger gestaltet und zudem mit weniger Personal zu realisiert werden. Der Begriff „Bauwirtschaft 4.0“ steht dabei für den Einsatz moderner Technologien wie Building Information Modeling (BIM), Automatisierung und künstliche Intelligenz und gilt als Schlüssel, um die Branche krisenfest zu machen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Bauwirtschaft 4.0 funktioniert, warum der Fachkräftemangel die Branche langfristig prägen wird und welche Chancen digitale Strategien für Bauunternehmen in den nächsten Jahren bieten. Bauwirtschaft 4.0 – Digitale Technologien, die die Bauindustrie verändern Der Begriff „Bauwirtschaft 4.0“ lehnt sich an die vierte industrielle Revolution an und beschreibt den Einsatz moderner Technologien die die Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung in der Baubranche vorantreiben. Ziel ist es, Bauprojekte effizienter, nachhaltiger und sicherer zu gestalten– von der Planung über die Ausführung bis hin zur Instandhaltung. Dabei geht es jedoch nicht um die Nutzung von Software für etwa Kalkulation, Zeiterfasung auf Baustellen oder Materialbestellungen, die bereits seit einigen Jahren zum Einsatz kommt, sondern um Investitionen in IT, Fortbildung und Infrastrukturen, die langfristige und flächendeckende Veränderung bewirken. Ein zentrales Element ist Building Information Modeling (BIM). Dabei wird das gesamte Bauprojekt als digitales 3D-Modell abgebildet, das sämtliche relevanten Informationen bündelt und kontinuierlich aktualisiert wird. Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen und Auftraggeber können so in Echtzeit zusammenarbeiten und Änderungen unmittelbar nachvollziehen. Der große Vorteil: BIM schafft gemeinsame Schnittstellen, über die alle Beteiligten kollaborativ arbeiten und frühzeitig auf Unstimmigkeiten reagieren können. Eine wesentliche Grundlage für die BIM-Modelle bilden Scanverfahren. Mittels Laserscans oder photogrammetrischer Aufnahmen werden Baustellen oder Bestandsgebäude millimetergenau erfasst. Die dabei entstehenden Punktwolken oder Bilddaten werden anschließend mithilfe spezialisierter Software in präzise 3D-Modelle überführt. Auf diese Weise lassen sich nicht nur bestehende Strukturen detailgetreu digital abbilden, sondern auch Abweichungen vom Planungsstand schnell erkennen. Dadurch wird die Aktualität und Genauigkeit der BIM-Modelle erheblich gesteigert, was zu effizienteren Abläufen und einer deutlichen Reduktion von Planungsfehlern führt. Technologien wie Robotik und Drohnen übernehmen auf Baustellen zunehmend Aufgaben wie Vermessungen, Inspektionen oder sogar den Transport von Baumaterialien. Durch ihren Einsatz lassen sich Arbeitsabläufe beschleunigen, Gefahren für Fachkräfte reduzieren und präzise Datengrundlagen schaffen. Der 3D-Druck eröffnet die Möglichkeit, Bauteile oder ganze Gebäudeelemente direkt vor Ort herzustellen. Ergänzend sorgen moderne Sensorik und IoT-Systeme dafür, dass der Baufortschritt, der Zustand von Maschinen oder der Materialverbrauch in Echtzeit überwacht und ausgewertet werden können. Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft – Eine Herausforderung mit Langzeitwirkung Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt der Fachkräftemangel eines der größten Probleme der Baubranche und er macht auch vor der Bauwirtschaft 4.0 nicht Halt. Auf den ersten Blick scheint sich die Fachkräftelage der deutschen Bauindustrie entspannt zu haben: Der Anteil der Unternehmen, die über fehlendes Personal klagen, ist laut Umfragen von 77 auf 59 Prozent gesunken. Doch diese Entwicklung täuscht. Der Rückgang ist in erster Linie eine Folge der aktuellen Bauflaute, weniger Aufträge bedeuten schlicht auch weniger Bedarf an Arbeitskräften. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, wird der Engpass mit voller Wucht zurückkehren. Hinzu kommt die demografische Entwicklung: In den kommenden Jahren rollt eine „Rentenwelle“ auf die Branche zu. Schon 2024 standen rund 12.340 neue Ausbildungsverträge fast 19.800 Renteneintritten gegenüber. Besonders kritisch ist, dass rund 40 Prozent der Auszubildenden ihre Baulehre vorzeitig abbrechen, ein enormes Verlustpotenzial an Nachwuchs. Prognosen zufolge könnten der Branche bis 2030 rund 300.000 Fachkräfte fehlen. Die Folgen für Bauherren und Auftraggeber sind klar: Sobald die Nachfrage wieder steigt, drohen Engpässe bei Personal, Terminen und Budgets. Projekte müssen dann noch sorgfältiger geplant und effizienter umgesetzt werden, um Verzögerungen und Kostenexplosionen zu vermeiden. Hier setzt Bauindustrie 4.0 an. Die Digitalen Werkzeuge (wie BIM, Drohnen, Robotik, Sensorik oder KI-gestützte Analysen) können die knappen Personalressourcen ausgleichen. Routineaufgaben wie Vermessungen, Dokumentation oder Fortschrittskontrollen lassen sich zunehmend digital abbilden, sodass qualifizierte Fachkräfte sich auf die wirklich komplexen Tätigkeiten konzentrieren können. Gleichzeitig schaffen digitale Standards wie IFC Transparenz und vereinfachen die Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten. Digitalisierung als Antwort auf den Fachkräftemangel Digitale Werkzeuge können den Mangel an qualifizierten Fachkräften zwar nicht vollständig ausgleichen, sie sind jedoch in der Lage, das vorhandene Personal gezielt zu entlasten und bestehende Engpässe abzufedern. Indem Prozesse automatisiert werden, sinkt der Anteil manueller Arbeit, Fehlerquoten werden reduziert und Bearbeitungszeiten verkürzen sich deutlich. Ein zentrales Beispiel ist die BIM-gestützte Planung, bei der alle relevanten Informationen eines Bauprojekts in einem digitalen Modell zusammengeführt werden. So arbeiten Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen und Behörden auf einer einheitlichen, stets aktuellen Datenbasis und können Abstimmungen effizient und reibungslos gestalten. Ergänzend dazu bieten digitale Plattformen die Möglichkeit, den Einsatz von Personal, Maschinen und Materialien optimal zu planen und so Leerlaufzeiten zu vermeiden. Darüber hinaus eröffnet das sogenannte Remote-Monitoring völlig neue Möglichkeiten der Projektsteuerung. Baufortschritt und Qualitätskontrollen lassen sich heute aus der Ferne überwachen – oft in Echtzeit und ohne aufwendige Vor-Ort-Termine. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen können innovative Softwarelösungen wie planBIC und goBIC unseres Partners ThinkBIC entscheidend sein. Sie automatisieren Planungs- und Bauprozesse, verbessern die Ressourcennutzung und schaffen eine transparente Datenbasis für fundierte Entscheidungen. Das Ergebnis sind weniger Stillstand, eine höhere Planbarkeit und eine spürbare Entlastung der vorhandenen Teams. Erfolgsbeispiele aus der Praxis Die Vorteile der Bauwirtschaft 4.0 sind längst nicht mehr nur theoretisch. In vielen Projekten sorgen digitale Werkzeuge bereits heute für höhere Effizienz und bessere Planbarkeit. Großprojekte profitieren etwa von BIM, weil Kollisionen zwischen Gewerken frühzeitig erkannt und Nachträge vermieden werden. 3D-Druck verkürzt Bauzeiten und reduziert den Materialverbrauch, besonders bei standardisierten Bauteilen. Drohnen ermöglichen die schnelle, präzise Vermessung von Gelände, während Sensoren und IoT-Technologien in Echtzeit Daten zu Materialverbrauch, Maschinenzustand und Sicherheitsaspekten liefern. Auch wir setzen auf Laserscanning und BIM, um exakte digitale Modelle zu erstellen. So erhalten Bauherren und Partner verlässliche Planungsgrundlagen und können Projekte auch in schwierigen Rahmenbedingungen sicher umsetzen. Fazit: Bauwirtschaft 4.0: Jetzt handeln statt später aufholen Die nächsten zehn Jahre werden darüber entscheiden, ob die deutsche Bauwirtschaft im internationalen Wettbewerb bestehen kann. Die Bauwirtschaft 4.0 ist nicht nur ein Zukunftstrend, sondern eine strategische Notwendigkeit. Sie
Die Symbiose von Lean Construction, BIM und Integrierter Projektabwicklung in der Bauwirtschaft
Die Symbiose von Lean Construction, BIM und Integrierter Projektabwicklung in der Bauwirtschaft Dr. Lisa Lenz & Alexandra Nestorowicz | 24. Juli 2025 zurück zur Beitragsübersicht Die Anforderungen an Bauprojekte steigen stetig, da die Branche sich dynamisch weiterentwickelt. Termintreue, Kostensicherheit, Transparenz und Nachhaltigkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung, während die Komplexität der Projekte weiter zunimmt. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, braucht es integrierte Ansätze, die technologische, organisatorische und methodische Ebenen gleichermaßen berücksichtigen. Die Verbindung von Lean Construction, Building Information Modeling (BIM) und Integrierter Projektabwicklung (IPA) bietet hierfür eine leistungsfähige Grundlage. Ihre abgestimmte Anwendung ermöglicht eine kollaborative, transparente und effiziente Gestaltung des gesamten Projektablaufs. Dieser Beitrag zeigt auf, wie diese Methoden ineinandergreifen, welche Vorteile sich daraus ergeben und unter welchen Voraussetzungen ihr Potenzial nachhaltig genutzt werden kann. Integrierte Projektabwicklung als Systemwechsel für mehr Kooperation und Zielorientierung Die Integrierte Projektabwicklung ist international seit über zwei Jahrzehnten ein bewährtes Modell für die Umsetzung komplexer Bauvorhaben. In Deutschland wird sie seit dem Jahr 2018 in ersten Pilotprojekten angewendet. Wesentlich ist dabei der Perspektivwechsel: Im Vordergrund steht nicht mehr die Abgrenzung von Einzelleistungen, sondern die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten für den Projekterfolg. Ein zentraler Bestandteil ist der Mehrparteienvertrag, der Planung und Ausführung zusammenführt und sowohl Risiken als auch Chancen gemeinsam verteilt. Auf dieser Grundlage entsteht eine konsequent kollaborative Projektkultur. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Erreichen ambitionierter Projektziele wahrscheinlicher machen als bei herkömmlichen Modellen. Eine frühe Einbindung zentraler Akteure soll helfen, Potenziale zu identifizieren, Innovationen zu fördern und Risiken vorausschauend zu managen. Kommunikations- und Organisationsstrukturen werden gezielt so aufgebaut, dass ein gemeinsames Zielverständnis entsteht und Einzelinteressen in den Hintergrund treten. Vertrauen, Transparenz und kontinuierliches Lernen sind ebenso prägend wie klare Regeln für Entscheidungen und Vergütung. Ein Bauprojekt gilt dann als echtes IPA-Vorhaben, wenn acht wesentliche Merkmale erfüllt sind, die sich in 21 konkrete Bestandteile untergliedern. Dazu zählen der Mehrparteienvertrag, ein systematisches Risikomanagement und ein gemeinsam getragener Wertekatalog. Nur wenn all diese Elemente umgesetzt werden, kann IPA seine Wirkung voll entfalten und zu einer höheren Qualität, Wirtschaftlichkeit sowie besseren Einhaltung von Zeit- und Regeltreue beitragen. BIM als digitale Plattform für Transparenz und Zusammenarbeit Building Information Modeling ist weit mehr als ein dreidimensionales Modell des Bauwerks. Es handelt sich um eine Methode zur Erzeugung, Verwaltung und Nutzung digitaler Bauwerksinformationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Das Bauwerksmodell wird dabei nicht nur geometrisch abgebildet, sondern um funktionale, zeitliche und wirtschaftliche Daten erweitert. So entsteht ein digitaler Zwilling, der allen Projektbeteiligten als gemeinsame Informations- und Kommunikationsbasis dient. Ein zentrales Element ist die Zusammenführung der einzelnen Fachmodelle in einem Gesamtmodell. Diese Form der kooperativen Modellbildung erfordert neue Formen der Zusammenarbeit, in denen Transparenz, Verantwortung und Abstimmung im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig hat BIM Einfluss auf die innerbetrieblichen Abläufe und kann neue Rollen im Unternehmen erforderlich machen. Klare Zielsetzungen und definierte Anwendungsfälle sind daher essenziell, sei es zur Optimierung von Planungsprozessen, zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit oder zur Steuerung von Terminen und Kosten. In der Praxis erlaubt BIM die Integration weiterer Dimensionen. Neben der dreidimensionalen Geometrie können auch zeitliche Abläufe und Kosteninformationen eingebunden werden. Dadurch lassen sich Bauabläufe simulieren, Terminpläne überprüfen und Baukosten präzise kalkulieren. Elemente wie Trockenbauwände können nicht nur dargestellt, sondern auch mit Eigenschaften wie Schallschutz oder Feuchtraumeignung verknüpft werden. Der Informationsgehalt wird dadurch auf Bauteilebene exakt erfasst. Neben der technischen Modellierung ist die organisatorische Umsetzung entscheidend. Klare Vorgaben zur Datenstruktur, zu Zuständigkeiten und zu Zeitpunkten der Datenerstellung sind notwendig, um das Modell als zuverlässige Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Wird BIM mit rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kombiniert, etwa durch einen Mehrparteienvertrag, lässt sich eine umfassende Steuerung auf Basis konsistenter Daten realisieren. Lean Construction mit Fokus auf kontinuierlicher Verbesserung und Prozessqualität Lean Construction ist keine einzelne Methode, sondern ein umfassender Denkansatz. Ziel ist es, alle Prozesse im Projektverlauf kontinuierlich zu verbessern, Verschwendung zu vermeiden und sämtliche Tätigkeiten am tatsächlichen Kundennutzen auszurichten. Im Gegensatz zu klassischen Steuerungsmodellen wird nicht auf Vorrat geplant, sondern bedarfsorientiert gearbeitet. Prozesse starten dann, wenn sie wirklich notwendig sind. Das steigert Effizienz und Flexibilität und reduziert Fehler. Ein zentrales Werkzeug dieses Ansatzes ist das Last Planner System. Es ermöglicht eine strukturierte Planung und Steuerung der Bauausführung. Alle Projektbeteiligten, von Planenden bis zu den ausführenden Gewerken, werden frühzeitig einbezogen. In mehreren Schritten, von der Analyse des Gesamtprozesses über die Meilensteinplanung bis zur konkreten Wochenplanung, wird das Projekt immer weiter verfeinert. Störungen werden nicht nur erfasst, sondern auch systematisch analysiert und durch gezielte Maßnahmen behoben. So entsteht ein kontinuierlicher Lernprozess. Die positiven Effekte zeigen sich deutlich in der Praxis. Eine höhere Planungszuverlässigkeit, weniger ungeplante Eingriffe, bessere Abstimmungen zwischen den Gewerken und eine deutlich entspanntere Baustellenatmosphäre sind häufig genannte Ergebnisse. Durch die enge Zusammenarbeit entsteht ein gemeinsames Verständnis für die Projektziele. Ergänzt durch eine offene Fehlerkultur nach dem Kaizen-Prinzip entsteht ein Umfeld, das Innovation und Qualität gleichermaßen fördert. Die Symbiose von IPA, BIM und Lean als integrierter Erfolgsansatz Die eigentliche Stärke dieser drei Methoden liegt in ihrer Kombination. IPA schafft die vertraglich-organisatorische Grundlage für eine kooperative Projektabwicklung. BIM stellt die technologische Infrastruktur zur Verfügung, um Transparenz und konsistente Datenflüsse zu ermöglichen. Lean bringt schließlich das methodische Werkzeug, um Prozesse effizient, lernorientiert und nutzerzentriert zu gestalten. In einem solchen integrierten Modell greifen die einzelnen Elemente ineinander. Durch das digitale Bauwerksmodell lassen sich Fehlerquellen frühzeitig identifizieren, Abläufe optimieren und Entscheidungen fundiert treffen. Lean stellt sicher, dass die vorhandenen Daten auch in praktikable Prozessverbesserungen übersetzt werden. IPA wiederum sorgt dafür, dass alle Beteiligten in gemeinsamer Verantwortung agieren und Risiken sowie Ziele geteilt werden. Diese Verbindung führt zu einer deutlichen Steigerung von Qualität und Effizienz. Gleichzeitig entsteht eine solide Grundlage für Nachhaltigkeit und Innovation. Kreislaufwirtschaftliche Ansätze lassen sich durch strukturierte Datenhaltung in BIM-Modellen besser umsetzen. Neue Technologien wie 3D-Druck oder modulare Bauweisen können gezielter integriert werden. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz und automatisierten Analysen wird so vorbereitet. Der Schlüssel zur Umsetzung integrativer Bauprojekte Damit IPA, BIM und Lean ihr volles Potenzial entfalten können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Entscheidend sind passende organisatorische, technische, rechtliche und kulturelle Rahmenbedingungen. Denn Methoden allein bewirken wenig, wenn Strukturen, Menschen und Prozesse nicht darauf ausgerichtet sind. Aus organisatorischer Sicht hat sich
Was ist BIM – Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus dem Baumanagement
Was ist BIM – Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus dem Baumanagement von Julia Mertl | 01. Juli 2025 zurück zur Beitragsübersicht Wenn man jahrelang im Controlling eines großen Generalunternehmers arbeitet, hat man einen guten Überblick über Bauprojekte – zumindest aus Sicht von Zahlen, Budgets, Terminen und Risiken. Ich habe viel gesehen: Chaotische Projektstarts, irrsinnige Terminüberschreitungen, überraschende Nachträge, unklare Verantwortlichkeiten, schlecht dokumentierte Baustellenrealität. Was ich allerdings lange nicht gesehen habe: die digitale Revolution am Bau, und ganz konkret: Building Information Modeling – kurz: BIM. Zwar kannte ich den Begriff, aber BIM war für mich lange nicht mehr als eine leere Worthülse, die vor allem von Architekten, IT-affinen und visionären Ingenieuren oder Start-ups benutzt wurde. In den Köpfen vieler Kolleg:innen – auch in meinem – galt es als technisches Nice-to-have, nicht als ernstzunehmende Methode für die tägliche Projektarbeit. Ich dachte: „Das bringt uns im echten Projektalltag kein Stück weiter, vor allem nicht wenn es um die kaufmännischen Belange eines Projektes geht.“ Was ist BIM eigentlich? Fangen wir zunächst ganz von vorne an: BIM steht für Building Information Modeling. Der Begriff lässt sich auf Deutsch mit „Bauwerksdatenmodellierung“ übersetzen, was allerdings kaum erfasst, wozu BIM wirklich in der Lage ist. Denn BIM ist kein einzelnes Software-Tool, keine reine 3D-Zeichnung und auch kein einfaches Visualisierungswerkzeug. Es ist ein digitaler, integrativer Prozess, bei dem alle relevanten Informationen eines Bauwerks zentral modelliert, erfasst, vernetzt und über den gesamten Lebenszyklus hinweg genutzt werden – von der Planung über den Bau bis zum Betrieb und zum Rückbau. Statt isolierter Pläne, Excel-Tabellen, E-Mail-Ordner und mündlicher Absprachen gibt es im BIM-Prozess ein zentrales, digitales Modell, das alle Beteiligten als gemeinsame Datenquelle nutzen. Man spricht auch vom Single Source of Truth – eine zentrale Wahrheit über das Projekt, die sich alle Beteiligten teilen. Dieses Modell enthält also nicht nur Geometrie (3D), sondern auch Informationen wie Materialien, Kosten, Zeitpläne, Nachhaltigkeitsdaten, Herstellerangaben und vieles mehr. So entsteht eine digitale Realität des Bauwerks. Meine berufliche Heimat war lange Zeit das Controlling. Dort zählen nur und zwar ausschließlich harte Fakten, kein Bling-Bling. Natürlich hörte ich öfter, dass BIM in der Planung oder auf der Baustelle eingesetzt wird. Aber meine Annahme war: „Das betrifft uns nicht. Die sollen mal machen. Für mich gibt es daraus keinen Mehrwert“ Rückblickend erkenne ich, wie sehr ich – und viele andere – BIM nur als Werkzeug einzelner Fachbereiche verstanden haben. Was mir fehlte, was das Verständnis: BIM ist ein übergreifender Managementansatz. Es geht nicht nur um Software, sondern neues Denken: vernetzt, kollaborativ, vorrauschauend. Was hat mich zum Umdenken gebracht? Es war kein einzelner Moment, sondern eine Entwicklung: Ich habe gesehen, wie viele Fehler in Projekten passieren und dass diese immer wieder dieselben Ursachen haben: schlechte Kommunikation, veraltete Informationen, Medienbrüche, fehlende Transparenz. Ich habe mich zunehmend gefragt: Warum laufen viele Baustellen eigentlich immer gleich chaotisch? Die Antwort: Weil wir weiterarbeiten wie vor 20 Jahren. Mit Ordnern, Plänen, Excel-Listen und dem Spruch „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Erst durch einen Stellenwechsel und das Eintauchen in eine für mich völlig neue Welt des „Arbeitens am Bau“ habe ich begonnen zu verstehen, welches Potenzial BIM hat, um diese Muster zu durchbrechen. Ich habe erkannt: BIM ist nicht nur ein Planungsthema. Es ist ein Instrument, um Effizienz, Qualität, Transparenz und Zusammenarbeit auf ein neues Level zu heben und hat das Potenzial eingefahrene Muster zu durchbrechen. Genau das, was moderne Bauprojekte heute brauchen. BIM und Lean – zwei starke Ansätze, ein gemeinsames Ziel Besonders spannend wurde BIM für mich, als ich begann, es mit Lean Construction zu verknüpfen. Lean Construction ist im Bauwesen kein neues Konzept, es verfolgt das Ziel, Verschwendung zu minimieren und Abläufe zu optimieren – eine Philosophie, die hervorragend zu BIM passt. Denn BIM liefert die digitale Grundlage, um Lean auf der Baustelle wirklich umzusetzen: Mit präzisen Abläufen, realistischen Simulationen, klaren Zuständigkeiten und der Möglichkeit, den Bauablauf visuell zu planen, zu analysieren und zu steuern. Durch die Kombination von BIM mit Zeitdaten können Bauabläufe stichtagsgenau geplant, visualisiert und optimiert werden. Ein Beispiel: Durch die Verknüpfung von BIM mit dem Zeitplan (4D) lässt sich genau simulieren, wie ein Bauablauf Tag für Tag aussieht. Konflikte zwischen Gewerken oder Engpässe im Bauprozess werden frühzeitig sichtbar – und können angepasst werden, bevor sie auf der Baustelle teuer und stressig werden. BIM im Überblick in den verschiedenen Rollen des Bauwesens Heute bin ich überzeugt: BIM betrifft alle im Bauwesen. Nicht irgendwann. Jetzt. In der Kalkulation: Mengen und Bauteile können genauer erfasst und transparent bewertet werden. Das reduziert Ungenauigkeiten, erleichtert die Nachvollziehbarkeit von Preisansätzen und ermöglicht eine realistischere Einschätzung von Kostenrisiken – bereits in der frühen Projektphase. In der Planung: Fehler lass sich früh erkennen und Fachdisziplinen besser koordinieren, da alle Beteiligten mir einem zentralen, synchronisierten Modell arbeiten. Kollisionen zwischen Gewerken werden im Vorfeld erkannt und können proaktiv gelöst werden, bevor sie in der Ausführung zu teureren Problemen führen. So wird aus paralleler Einzelarbeit ein integrativer Prozess. In der Bauausführung: Projekte laufen strukturierter, mir weniger Nachträgen und klarem Ablauf ab. Durch die Verknüpfung im von zeit und Modell können Bauabläufe realitätsnah simuliert, Engpässe erkannt und Verantwortlichkeiten präzise zugewiesen werden, was die Umsetzung auf der Baustelle spürbar effizienter und reibungsloser macht. Im Controlling: Entscheidungen basieren auf aktuellen, konsistenten Daten – auch über den Bau hinaus. Abweichungen von Budgets und Zeitplänen können frühzeitig erkannt, Ursachen analysiert und Gegenmaßnahmen zielgerichtet eingeleitet werden. Auch im Betrieb liefert BIM die Grundlage für ein transparentes und nachhaltiges Gebäudemanagement. In der Kommunikation mit Bauherr:Innen: Digitale Modelle machen komplexe Sachverhalte visuell verständlich und nachvollziehbar. So entsteht eine gemeinsame Entschiedungsgrundlage, Missverständnisse werden reduziert und Vertrauen gestärkt, da alle dasselbe digitale Abbild des Projekts sehen, interpretieren und diskutieren können. Kurz: BIM ist keine Spezialdisziplin, sondern als ganzheitlicher Ansatz für effiziente, wirtschaftlichere und nachhaltigere Projektplanung. Die Hürden – und wie man sie überwindet Natürlich ist BIM kein Wundermittel. Der Einstieg ist herausfordernd. Es braucht Zeit, Schulungen, neue Rollen, ein neues Verständnis für Datenmanagement und manchmal auch einen Kulturwandel innerhalb des Unternehmens. Doch genau darin liegt auch die Chance: Unternehmen, die früh und ernsthaft in BIM investieren, sichern sich einen
Vom Start-up zum Grown-up: Warum die Branche mutige Neudenker braucht
Vom Start-up zum Grown-up: Warum die Branche mutige Neudenker braucht von Kai Weist | 18. Juni 2025 zurück zur Beitragsübersicht Die Bau- und Immobilienbranche steht an einem Wendepunkt. Während sich die Anforderungen an Planung, Bau und Betrieb rapide verändern, wirkt vieles im Alltag noch wie aus einem anderen Jahrzehnt: analoge Prozesse, starre Strukturen, zögerliche Digitalisierung. Genau in diesem Spannungsfeld haben wir mit BIM GLW unseren Weg begonnen – als Start-up mit einer Vision, aber ohne Landkarte. Heute blicken wir zurück auf eine Reise, die uns verändert hat. Von der ersten Idee bis zur etablierten Organisation war es ein Weg voller Mut, Rückschläge, Fortschritt und Überzeugung. In diesem Beitrag erzählen wir, warum Gründen in der Bauwelt besonders herausfordernd ist, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – und warum es jetzt mehr denn je mutige Neudenker braucht, die bereit sind, alte Pfade zu verlassen. Der Anfang: Vision, Mut und der Sprung ins Ungewisse Als wir die BIM GLW gegründet haben, war unsere Welt eine andere als heute. Wir standen am Anfang eines Weges, der nicht klar ausgeleuchtet war – aber wir hatten eine starke Überzeugung im Gepäck: Dass das Bauwesen digitaler, effizienter und transparenter werden muss. Unser Start-up war nicht nur ein Unternehmen, sondern eine Haltung: Wir wollten Bestehendes hinterfragen, neue Wege denken – und auch neue Wege gehen. Der Anfang war geprägt von Aufbruchsstimmung. Gleichzeitig war es ein Sprung ins Ungewisse. Mitten in einem komplexen und konservativen Umfeld wagten wir es, mit digitalen Methoden Prozesse neu zu denken. Unser Fokus lag auf Building Information Modeling (BIM) – und zwar nicht als Buzzword, sondern als echtes Werkzeug zur Veränderung. Wir wollten zeigen, dass digitale Transformation nicht nur ein IT-Projekt ist, sondern ein kultureller Wandel, der mutige Köpfe und praxisnahe Umsetzung braucht. Wir wussten: Digitalisierung muss nicht kompliziert sein, sie muss nur richtig eingesetzt werden. Doch Begeisterung allein reicht nicht aus. Der Alltag eines Start-ups bringt Herausforderungen mit sich, die man von außen oft unterschätzt. Finanzierungsrunden, Kundenakquise, der Aufbau funktionierender Strukturen – all das braucht nicht nur Leidenschaft, sondern auch Resilienz. Es braucht die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen unter Unsicherheiten zu treffen und dabei nie die eigene Vision aus dem Blick zu verlieren. Rückschläge gehören zur Gründung ebenso wie Erfolgsmomente. Entscheidend ist, dranzubleiben – und jeden Tag weiterzulernen. Der steinige Weg: Warum Gründen in Deutschland besonderen Mut erfordert In einem Land wie Deutschland ein Unternehmen zu gründen, ist kein Selbstläufer. Obwohl viel über „Gründungsförderung“ und „Innovation“ gesprochen wird, erleben viele junge Unternehmer:innen eine andere Realität. Der Weg durch das bürokratische Dickicht ist lang und häufig frustrierend.Wir selbst mussten unzählige Anträge stellen, Vorschriften verstehen, Formulare ausfüllen – nur um die ersten Schritte überhaupt gehen zu können. Statt mit innovativen Ideen zu begeistern, waren wir oft mit Paragrafen und Genehmigungsprozessen beschäftigt. Oft fühlte es sich an, als ob man nicht an der Idee scheitert, sondern an der Struktur. Förderprogramme gibt es viele – doch sie zu finden, zu verstehen und zu nutzen, gleicht einer Wissenschaft für sich. Hinzu kommt: Gerade im Bauwesen treffen junge Gründer auf eine Branche, die traditionell funktioniert – und oft skeptisch auf Neues blickt. Der Innovationswille ist nicht immer spürbar. Es braucht also mehr als eine gute Idee. Es braucht den Mut, sich gegen Widerstände durchzusetzen, sich nicht entmutigen zu lassen – und auch bei Gegenwind seinen Kurs zu halten. Denn wer an Überzeugung festhält, wo andere abwinken, verändert nicht nur sein Projekt, sondern sein Mindset. Das macht Unternehmertum in Deutschland zu einer besonderen Herausforderung. Aber es macht es auch besonders wertvoll. Denn wer sich hier durchkämpft, bringt nicht nur Innovationsgeist mit – sondern auch das Durchhaltevermögen, das es für echte Transformation braucht. Und genau das braucht die Bau- und Immobilienbranche dringender denn je. Vom Start-up zum Grown-up: Reife, Struktur und immer noch Hunger Heute – einige Jahre nach unserer Gründung – verstehen wir uns nicht mehr als Start-up. Wir sind gewachsen, haben gelernt, reflektiert, uns strukturiert. Wir nennen uns „Grown-up“, nicht, weil wir „fertig“ sind, sondern weil wir Verantwortung übernommen haben: Für unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden und unsere Vision. Was bedeutet das konkret? Wir haben klare Prozesse etabliert, verlässliche Projektstrukturen aufgebaut, unser Team erweitert. Dabei haben wir nicht nur intern professionalisiert, wir haben auch gelernt mit Komplexität souveräner umzugehen. Unsere Projekte sind größer geworden, unsere Kunden zahlreicher, aber unsere Leidenschaft ist geblieben. Denn das Feuer, das uns damals zur Gründung bewegt hat, brennt noch immer. Wir wissen: Innovation darf nicht aufhören, nur weil ein Unternehmen wächst. Im Gegenteil. Reife Unternehmen haben die Verantwortung, weiter mutig zu bleiben. Sie dürfen nicht bequem werden, sondern müssen Räume schaffen – für Neues, für Experimente, für Querdenken. Struktur darf kein Käfig sein, sondern sollte ein Sprungbrett sein. Genau das tun wir bei BIM GLW. Wir sind nicht nur ein Dienstleister für BIM und digitales Projektmanagement: Wir verstehen uns als Impulsgeber, Wegbereiter und Möglichmacher. Der Wandel zur etablierten Organisation bringt auch neue Rollen mit sich. Heute sind wir nicht nur Gestalter unserer eigenen Idee – wir sind auch Sparringspartner für junge Unternehmen, Mentoren für Talente, Impulsgeber für die Branche. Wir wissen, wie wertvoll Erfahrung ist – aber auch, wie erfrischend der Blick von außen zu sein. Und das ist vielleicht die schönste Entwicklung von allen. Warum die Branche mutige Neudenker braucht – jetzt mehr denn je Die Bau- und Immobilienbranche steht vor einem Umbruch. Klimakrise, Fachkräftemangel, Ressourcenknappheit und steigende Anforderungen an Transparenz und Effizienz zwingen uns zum Handeln. Es reicht nicht mehr, einfach „weiter so“ zu machen. Wir brauchen neue Denkansätze – und die kommen oft nicht aus den etablierten Strukturen, sondern von außen. Von denen, die unbefangen sind. Von denen, die Dinge hinterfragen. Von Start-ups, Quereinsteigern, Talenten mit Passion. Was unsere Branche braucht, sind keine weiteren Tools – sondern Menschen mit Haltung. Menschen, die bereit sind, unbequeme Fragen zu stellen. Menschen, die sich nicht von Hierarchien beeindrucken lassen, sondern Wirkung erzielen wollen. Menschen, die mit Neugier statt mit Routine auf Probleme blicken. Solche Menschen verändern nicht nur Projekte – sie verändern Denkweisen und Arbeitskulturen. Mutige Neudenker sind in der Lage, bestehende Silos
Trends in der Bauwirtschaft: Zwischen Innovation und Investitionsstau
Trends in der Bauwirtschaft: Zwischen Innovation und Investitionsstau von Anton Hulm | 05. Juni 2025 zurück zur Beitragsübersicht Die Baubranche erkennt zunehmend das enorme Potenzial digitaler Technologien – und trotzdem klafft zwischen theoretischen Möglichkeiten und gelebter Praxis eine Lücke. Während Building Information Modeling (BIM), KI-Drohnen und Co. längst verfügbar sind, herrscht auf vielen Baustellen noch analoge Realität. Papierpläne, manuelle Prozesse und fehlende digitale Schnittstellen prägen nach wie vor den Alltag. Dabei könnten digitale Werkzeuge nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch Fehlerquoten senken, Bauzeiten verkürzen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten deutlich verbessern. Wäre es nicht an der Zeit, bewährte Methoden gezielt mit den Möglichkeiten der Digitalisierung zu verknüpfen – um so das Beste aus beiden Welten zu vereinen und die Branche fit für die Zukunft zu machen? Digitalisierung am Bau – vom Hype zur Realität Von Laserscan über den Einsatz künstlicher Intelligenz bis hin zu Building Information Modeling (BIM) – viele digitale Technologien versprechen der Bau- und Immobilienbranche enorme Fortschritte. Doch wo auf dem Weg vom Hype zur produktiven Anwendung stehen diese Innovationen heute? Und wie lässt sich der digitale Reifegrad der Branche quantifizieren? Einen Überblick bieten der Gartner Hype Cycle sowie branchenspezifische Digitalisierungsindizes. Im Folgenden betrachten wir den aktuellen Hype Cycle 2025 mit Fokus auf Bau und Immobilien sowie zwei maßgebliche Indikatoren: den Digital Real Estate Index (DRE-i) und den neuen Digitalisierungsindex Bau (DIB) für Deutschland. Ziel ist es, den Digitalisierungsgrad der Branche greifbar und nachvollziehbar darzustellen. Der Hype Cycle veranschaulicht, wo sich Technologien wie Blockchain, KI, BIM, Laserscan, IoT, Sensorik, AR/VR und Robotik aktuell im Zyklus befinden. Während einige Technologien wie BIM sich auf dem Weg zur produktiven Reife befinden, verharren andere wie KI oder Blockchain noch auf dem Gipfel der überzogenen Erwartungen. Viele befinden sich im sogenannten Tal der Enttäuschung – einem kritischen Moment, an dem sich entscheidet, ob es zur Marktdurchdringung kommt oder nicht. Technologien im Wandel: Zehn Jahre digitale Entwicklung in der Bau- und Immobilienbranche Ein Rückblick auf die letzten zehn Jahre, basierend auf dem Digital Real Estate Report 2025, zeigt folgende Entwicklungen: Building Information Modeling (BIM) hat sich über die Jahre von einem Visionsthema zur etablierten Technologie entwickelt. Seit 2016 kontinuierlich als „in Nutzung“ bewertet, wird es inzwischen als Standard für große Planungsprojekte angesehen. Der Anteil der BIM-Nutzer liegt laut Bericht stabil bei rund 70 %. Künstliche Intelligenz (KI) wurde erst ab 2019/2020 vermehrt in der Bau- und Immobilienbranche diskutiert. Ihr Einsatz beschränkt sich bislang stark auf Pilotprojekte und Teilbereiche wie Entwurfsoptimierung oder Fotodokumentationsanalyse. Im Report 2025 wird KI erneut mit „hohem Potenzial“ eingestuft, jedoch weiterhin „geringer Marktdurchdringung“. Augmented Reality (AR)/ Virtual Reality (VR) war zwischen 2016 und 2019 stark im Aufwind, wurde aber nach anfänglicher Begeisterung selten produktiv genutzt. Der Bericht 2025 konstatiert stagnierende Anwendung und verweist darauf, dass VR zwar für Präsentationen genutzt wird, aber im Tagesgeschäft keine große Rolle spielt. Laserscanning war lange auf die Vermessung beschränkt. Seit 2022 wird es verstärkt mit KI-gestützter Analyse kombiniert. Die Marktdurchdringung ist laut Bericht „moderat steigend“, insbesondere durch die Verfügbarkeit günstiger Hardware und cloudbasierter Auswertung. Blockchain und Web3: Im Vergleich zu anderen Technologien zeigen sich laut Digital Real Estate Report 2025 bei Blockchain- und Web3-Anwendungen nur gering ausgeprägte Relevanz in der Praxis. Der Nutzen wird zwar theoretisch anerkannt – etwa für transparente Transaktionen, sichere Eigentumsnachweise oder automatisierte Smart Contracts –, in konkreten Bauprojekten sind entsprechende Anwendungen jedoch kaum vertreten. Die Marktdurchdringung bleibt gering, das Potenzial wird als „mittel“ eingeschätzt. Diese Entwicklungen spiegeln auch die Einschätzungen der befragten Experten im Digital Real Estate Report 2025 wieder. Maturity level: Where do we really stand? Trotz der Vielzahl an verfügbaren Technologien stellt sich die zentrale Frage: Wie weit ist die Bau- und Immobilienwirtschaft in puncto Digitalisierung wirklich? Zwei aussagekräftige Indizes geben hierauf fundierte Antworten. Digital Real Estate Index (DRE-i) Der DRE-i 2025, erhoben von pom+, zeigt: Der durchschnittliche digitale Reifegrad liegt bei nur 4,0 von 10 Punkten – ein Rückgang zum Vorjahr. Besonders betroffen sind Planer, Bauunternehmen sowie Investoren. Gründe: geringe Investitionen, fehlendes Change Management, unzureichende Datengrundlagen. Nur 16 % nutzen beispielsweise KI aktiv. Die Branche befindet sich aus Sicht vieler Befragter im „Tal der digitalen Ernüchterung“. Digitalisierungsindex Bau (DIB) Der neue Index des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) soll jährlich messen, wie digital die deutsche Baubranche ist – differenziert nach Technologien, Strategien und kulturellen Faktoren. Noch fehlen umfassende Daten, aber erste Pilotanalysen zeigen: Es gibt viel Potenzial, insbesondere durch gezielte Investitionen, bessere Datenverfügbarkeit und verstärkte Qualifikation. Der DIB ergänzt somit den DRE-i um eine bauwirtschaftsspezifische Perspektive. Diese Indizes dienen dazu, den digitalen Reifegrad der Branche zu messen und greifbar zu machen – und damit auch zu erkennen, wo sich Potenziale verbergen und welche Handlungsbedarfe bestehen. Zwischen Anspruch und Umsetzung: Warum der digitale Fortschritt stockt Obwohl viele Unternehmen bereits Technologien eingeführt haben, fehlt oft die strategische Verankerung und kulturelle Einbettung. Es reicht nicht, Tools zu besitzen – sie müssen wertschöpfend, zielgerichtet und prozessintegriert eingesetzt werden. Das erfordert nicht nur technisches Know-How, sondern auch Mut zur Veränderung, klare Verantwortlichkeiten und interdisziplinäre Zusammenarbeit. In der Realität herrscht häufig noch das „digitale Mittelalter“: Projekte verlaufen in Datensilos, Softwarelösungen wird isoliert und unkoordiniert eingesetzt, Informationen fehlen oder werden mehrfach erhoben. Viele haben investiert – doch ohne ganzheitliche Strategie und operative Umsetzung bleiben Produktivitätsgewinne aus. Dabei gibt es erprobte Methoden, die als Brücke dienen können: Ansätze wie Lean Construction oder IPA (Integrierte Projektabwicklung) zeigen, wie moderne, kooperative Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette funktionieren kann. In der Praxis scheitern diese häufig an mangelnder Akzeptanz, unklarer Rollenverteilung und fehlendem Projektverständnis der Beteiligten. Digitalisierung bedeutet daher mehr als Technologieeinführung – sie verlangt eine neue Haltung gegenüber Projekten und Prozessen. Es braucht eine Projektkultur, die auf Lernen, Veränderung, Transparenz und Zusammenarbeit setzt. Nur so lassen sich digitale Werkezeuge in echte Fortschritte für Planung, Bau und Betrieb übersetzen. Aus dem Verbund: Praxislösungen für den digitalen Aufbruch Digitale Transformation gelingt nicht durch einzelne Tools, sondern durch ganzheiltiche Lösungen – technisch, organisatorisch und kulturell. Unser Unternehmensverbund – bestehend aus der Building Information Management GLW GmbH, der Building Information Cloud GLWG GmbH (thinkBIC) und der Scala X GmbH – bietet