Digitales Planen, Bauen und Betreiben mit IPS: Warum klare BIM-Standards der Schlüssel zum Erfolg sind
von Prof. Dr. Lisa Lenz | 20.Februar 2026
Die Immobilien- und Projektmanagementgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IPS) zählt zu den vielseitigsten und innovativsten Bauherren in Deutschland. Das Unternehmen realisiert ein breites Spektrum unterschiedlicher Bauvorhaben, von der Entwicklung komplexer Bestandsimmobilien über umfassende Sanierungen bis hin zu modernen Neubauten. Diese Vielfalt führt zwangsläufig zu sehr heterogenen Anforderungen. Unterschiedliche Projektgrößen, wechselnde Stakeholder und individuelle Betreiberanforderungen sorgen für eine große Notwendigkeit der Anpassungsfähigkeit in jedem Projekt.
Um diese Komplexität beherrschbar zu machen und gleichzeitig Qualität, Transparenz und Effizienz zu steigern, setzt IPS auf Building Information Modeling (BIM). Dabei geht es darum, BIM strategisch, bewusst und praxistauglich zu nutzen, um die BIM-Methodik auf verschiedene Anwendungsbereiche übertragen zu können. Gemeinsam mit der Building Information Management GLW GmbH (BIM GLW) hat IPS einen Ansatz entwickelt, der klare Standards definiert, Prozesse strukturiert und gleichzeitig die notwendige Flexibilität mit sich bringt, damit BIM und ein ganzheitlicher Digitalisierungsansatz im Projektalltag, von Projektentwicklung über Planung, Bau bis in den Betrieb einen echten Mehrwert stiftet.
AIA neu gedacht: Warum der Erfolg von Projekten immer mit klaren Entscheidungen und Anforderungen beginnt
Wer ein BIM-Projekt erfolgreich umsetzen will, braucht einen stabilen Ausgangspunkt, diesen schaffen die Auftraggeber-Informationsanforderungen von IPS. Sie bilden die methodische Grundlage aller digitalen Aktivitäten im Unternehmen. Die AIA legen fest, welche Daten, Modelle und Strukturen IPS in welcher Projektphase benötigt, welche Attribute relevant sind, welche Formate geliefert werden müssen und wie Informationen im Verlauf eines Projektes fließen.
Doch das Besondere an den IPS-AIA ist nicht nur ihre Klarheit, sondern ihre Praxisnähe. Bei der Entwicklung wurde bewusst darauf geachtet, nur jene Informationen zu fordern, die eine echte Relevanz für Planung, Bau und Betrieb haben. Überzogene oder widersprüchliche Anforderungen, wie sie bei vielen AIA-Dokumenten in der Branche Alltag sind, wurden konsequent vermieden. Dadurch entsteht ein Rahmen, der Projektbeteiligte zwar fordert, aber simultan dazu eine stabile Basis für die Anforderungen sowie Qualitätssicherung und Datenanalyse bildet.
Diese Orientierung an realen Prozessen und frühe Entscheidungen der IPS sorgen dafür, dass sich alle Projektbeteiligten schneller zurechtfinden, Aufgaben effizienter verteilt werden können und eine gemeinsame fachliche Sprache entsteht. Die AIA sind somit weit mehr als ein Dokument: Sie sind die Grundlage für ein strukturiertes und nachhaltiges BIM-Verständnis im gesamten Projektumfeld.
Vom Papier in die Praxis: Wie aus Vorgaben im BAP ein funktionierendes und gutes Projekt wird
Während die AIA die strategische Perspektive definieren, bringt der BIM-Abwicklungsplan (BAP) diese Anforderungen in den operativen Alltag der Projekte. Der BAP beschreibt genau, wie BIM-Modelle aufgebaut werden, welche Rollen und Verantwortlichkeiten bestehen, wie der Informationsaustausch organisiert ist und welche Qualitätsprüfungen sowie Datenauswertungsprozesse wann stattfinden.
Besonders wertvoll ist dabei das ausbalancierte Verhältnis von einheitlichen Standards und projektbezogener, individueller Anpassbarkeit. IPS setzt auf ein modulares BAP-System, das einerseits über alle Projekte hinweg wiederkehrende Struktur schafft, andererseits aber genügend Spielraum lässt, um Besonderheiten einzelner Baumaßnahmen zu berücksichtigen.
So entsteht ein BIM-Prozess, der für alle Projektbeteiligten Klarheit und Verbindlichkeit schafft. Dadurch entstehen in der Planungs- und Durchführungsphase weniger Abstimmungsprobleme, nachvollziehbare Planungsstände, transparente Entscheidungspunkte und effizientere Abläufe.
Struktur statt Chaos: Warum die MEM die Qualität der Modelle dauerhaft sichert
Die Modell-Element-Matrix (MEM) ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge in der digitalen Projektabwicklung von IPS. Sie legt fest, wie Bauteile strukturiert werden, welche Informationen (Attribute) sie besitzen und welches Detaillierungsniveau in den verschiedenen Projektphasen erforderlich ist.
Die MEM sorgt nicht nur dafür, dass BIM-Modelle technisch sauber aufgebaut sind, sondern schafft eine Konsistenz, die in der Praxis von signifikantem Vorteil ist. Planungsbüros wissen genau, wie Objekte benannt, klassifiziert und attributiert werden müssen. Bauunternehmen erhalten zuverlässige und vergleichbare Informationen und können für die spätere Betriebsphase die Grundlage einer robusten Datenstruktur schaffen.
Besonders wertvoll ist die Wiederverwendbarkeit: BIM-Modelle, die nach MEM erstellt sind, lassen sich schnell prüfen, effizient auswerten und problemlos in andere Systeme übertragen. Für IPS bedeutet das eine deutliche Steigerung der Datenqualität und langfristig eine erhebliche Reduzierung redundanter Arbeitsprozesse bis in den Betrieb hinein.
Im Bauprojektmanagement kommen vor allem datengetriebene KI-Methoden zum Einsatz, die große Datenmengen analysieren und daraus Prognosen oder Handlungsempfehlungen ableiten.
Eine besondere Stärke von KI liegt in der engen Verzahnung mit den bestehenden Prozessen des Bauprojektmanagements. Entlang der funktionalen Unterscheidung zwischen administrativen und entscheidungsbezogenen Prozessen lassen sich KI-Verfahren gezielt einsetzen. Während administrative Prozesse insbesondere von Automatisierungstechniken wie NLP oder Computer Vision profitieren, unterstützen lernbasierte Verfahren wie Machine Learning oder Deep Learning komplexe Entscheidungsprozesse.
In Kombination mit BIM entstehen integrierte digitale Projektumgebungen, in denen Daten konsistent genutzt und kontinuierlich ausgewertet werden. Diese Symbiose ermöglicht nicht nur effizientere Abläufe, sondern auch eine neue Qualität der Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Projektbeteiligte erhalten einen besseren Überblick über den Projektstatus, Risiken und Abhängigkeiten, was die Zusammenarbeit und Steuerung erheblich verbessert.
Vom BIM-Modell zum langfristigen Nutzen: Wie IPS mit FM- & CAFM-Konzepten den Lebenszyklus komplett denkt
Viele BIM-Projekte haben Defizite an dem Punkt, dass die Methodik zwar in Planung ggfs. auch der Bauphase noch hervorragend funktioniert, die gewonnenen Daten jedoch am Ende nicht sauber in den Betrieb überführt werden. Die IPS verfolgt in diesem Zusammenhang einen ganzheitlichen Ansatz, um einen maximalen Effizienzgewinn vor allem in der längsten und kostenintensivsten Lebenszyklusphase, dem Betrieb, realisieren zu können. Somit wurde ein Betreiber- und CAFM-Konzept entwickelt, das präzise beschreibt, welche Informationen der spätere Betrieb für die damit verbundenen Prozesse benötigt, wie diese strukturiert sein müssen und wie sie in ein CAFM-System (Computer Aided Facility Management System) übergeben werden. Ein CAFM-System ist eine Softwarelösung, die sämtliche Betriebs-, Wartungs- und Verwaltungsprozesse eines Gebäudes digital abbildet und unterstützt – von der Raum- und Flächenverwaltung über Wartungszyklen bis hin zu technischen Anlagen und Dokumentationen.
Damit dieses System zuverlässig arbeiten kann, müssen die im Planungs- und Bauprozess entstehenden Informationen konsistent und vollständig strukturiert sein. Genau hier setzt das entwickelte Konzept an: Es definiert klar, welche Daten und Bauteilinformationen für das Facility Management (FM) tatsächlich relevant sind. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass bereits in der Planungs- und Bauphase jene Informationen entstehen, die langfristig benötigt werden. Der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes wird so digital abgebildet, von der ersten Skizze bis hin zur täglichen Bewirtschaftung.
Damit wird BIM bei IPS zu einer durchgängig nutzbaren Methodik, die weit über die Bauphase hinaus Wirkung entfaltet. Dies hat den Vorteil, dass Daten transparenter und effizienter in allen Projektbereichen genutzt werden können. Außerdem werden die Betriebskosten gesenkt, die Nachhaltigkeit gesteigert und es existiert eine deutlich bessere Informationslage für Entscheidungen über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes hinweg.
Qualität, die man sieht: Wie strukturierte Modellprüfungen den Projekterfolg sichern
Ein digitaler Prozess ist nur so gut wie dessen Qualitätssicherung. IPS setzt deshalb auf regelmäßige, systematische Modellprüfungen, die von der BIM GLW durchgeführt werden. Dabei geht es nicht nur um Kollisionskontrollen oder Modellvollständigkeit, sondern um eine ganzheitliche Analyse der Datenqualität, der Struktur und der Schnittstellen. Zudem werden die BIM-Modelle in Bezug auf Normen- und Richtlinien-Konformität sowie Einhaltung bauordnungsrechtlich relevanter Sachverhalte überprüft.
Die Ergebnisse werden in klar formulierten Reports dargestellt und To Dos via BIM-Collaboration-Format (BCF) verteilt, die für alle Beteiligten verständlich und zugänglich sind. Diese Berichte dienen als Entscheidungshilfe, Nachweis für die Qualität der Planungsstände und als Werkzeug für kontinuierliche Verbesserungen.
Durch diese transparente und praxisnahe Form der Qualitätssicherung werden Risiken frühzeitig sichtbar, Planungsfehler lassen sich leichter vermeiden und der Gesamtprozess wird deutlich stabiler.
Fazit: Ein ganzheitlicher BIM-Ansatz der für Projektteams entwickelt wurde
Die Digitalisierung in der Bau- und Immobilienbranche ist dann erfolgreich, wenn sie an den tatsächlichen Anforderungen orientiert ist und ein Projektteam mit dem richtigen Mindset, das im Sinne des Projekts handelt, zusammenkommt. Die Zusammenarbeit zwischen IPS und der BIM GLW zeigt eindrucksvoll, dass klare Standards und flexible Prozesse kein Widerspruch sind, sondern eine wichtige Kombination. Mit AIA, BAP, MEM sowie mit den FM- und CAFM-Konzepten hat IPS ein Ökosystem geschaffen, das die gesamte Projektlandschaft strukturiert, die Qualität erhöht und langfristig die Grundlage für einen durchgängigen digitalen Lebenszyklus bildet. Gleichzeitig sorgt eine konsequente Qualitätssicherung dafür, dass diese Standards im Alltag funktionieren und für realen Mehrwert sorgen.
BIM wird bei IPS nicht als Selbstzweck eingesetzt, sondern als Werkzeug zur verbesserten Planung, Umsetzung und nachhaltigeren Bewirtschaftung. Das Ergebnis ist ein zukunftsfähiger, praxisnaher und klar strukturierter BIM-Ansatz, der den unterschiedlichen Projektanforderungen gerecht wird und die Grundlage für langfristige digitale Kompetenz im Unternehmen schafft.
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